Anwaltskanzlei Geiß

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Erbrechtsreform - Das sollten Sie wissen!

Die Hoffnungen in die Erbrechtsreform - besonders bzgl. Enterbung oder Entziehung des Pflichtteils - wurden zum Leidwesen vieler Erblasser nur teilweise erfüllt. Pflichtteilsberechtigte können nicht "enterbt" werden. Sie haben auch weiter ihren Anspruch auf den Pflichtteil, nämlich die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Das gilt auch, wenn der Erblasser im Testament diese Pflicht-teilsberechtigten ausdrücklich von der Erbfolge ausgeschlossen hat. Daher bietet sich an, zeitig alternative Lösungen zur gesetzlichen Erbfolge zu finden, um seinen Willen als Erblasser in die Tat umsetzen zu können. Dabei solle nicht auf professionellen Rechtsrat verzichtet werden. Rechtsanwälte beraten nicht nur über die Erbfolge nach Gesetz und Erbrechtsnachfolge per Testament, sondern helfen Ihnen, Lösungswege zu finden, die Ihrem Willen entsprechen. Elternunterhalt - wenn Eltern in Not geraten  Der Bundesgerichtshof hat aktuell entschieden, dass sich erwachsene Kinder an den Heim- und Pflegekosten beteiligen müssen, wenn die Rente der Eltern nicht reicht. Das gilt sogar dann, wenn Vater und Mutter den Kontakt zu den Kindern schon vor Jahrzehnten abgebrochen haben oder die Kinder sogar enterbt haben. Wenn dann das Sozialamt den Eltern die Heimkosten verauslagt, kann das Sozialamt bei den Kindern Regreß nehmen. Die Kinder haben ihr Einkommen über dem sog. Selbstbehalt und sogar ihr Vermögen einzusetzen, wenn es sich nicht um Schonvermögen handelt. Anspruchsgrundlage ist der sog. Elternunterhalt. Für die Berechnung des einzusetzenden Einkommens und Vermögens ist anwaltliche Hilfe unerlässlich, um Fehler zu vermeiden. Da es sich um Unterhalt handelt, sollte ein Fachanwalt für Familienrecht zu Rate gezogen werden. Denn darauf ist der Fachanwalt für Familienrecht spezialisiert. Wer geht schon zum Allgemeinarzt wenn eine orthopädische Behandlung nötig ist? Nicht anders verhält es sich zwischen Anwalt und Fachanwalt, wobei der Fachanwalt auch allgemeine Aufgaben eines Anwalts betreut.


Neue EU-Erbrechtsverordnung - Auswirkungen auf den Erblasser

Bisher hatte jeder EU-Mitgliedsstaat ein eigenes nationales Erbrecht. Dieses ist je nach Staat unterschiedlich ausgestaltet. Derselbe Erbfall wurde in unterschiedlichen Staaten unterschiedlich beurteilt. Erben mussten ggf. in verschiedenen Staaten Erbscheine bzw. Erbnachweise beantragen. Durch die neue EU-Verordnung reicht ein einheitliches Nachlasszeugnis aus und wird in den Mitgliedsstaaten der EU anerkannt. Das hat die Wirkung eines nationalen Erbscheins. Neu ist auch dass das Erbrecht des Landes gilt, in dem der Erblasser seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt hatte und zwar für das gesamte Vermögen. Es kommt nicht auf die Staatsangehörigkeit an. Hat also ein Deutscher seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Spanien, dann gilt für die erbrechtlichen Folgen spanisches Erbrecht. Ist deutsches Erbrecht gewollt, muß der Erblasser in einem Testament das deutsche Erbrecht wählen. Da gerade der Pflichtteil in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten unterschied-lich oder gar nicht geregelt ist, kann durch die Rechtswahl für den Erbfall auf die Folgen Einfluss genommen werden.

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